DER APFEL FAELLT NICHT WEIT...

#BACK TO MY ROOTS

Wahrscheinlich liegt meine Liebe zum Kochen und Gärtnern in den Genen.

 

Als ich 1969 in Bremerhaven das Licht der Welt erblickte, waren meine Eltern Obst- und Gemüsehändler mit zwei kleinen Geschäften, ein paar Angestellten und einem grossen Stand auf dem Wochenmarkt. Dreijährig zählten Kartoffeln und Zwiebeln zu meinen Lieblingsspielzeugen, die ich ständig auf dem Boden im Verkaufsladen verteilte. Wenn meine Eltern viel zu tun hatten, waren meine Nonnas für mich da: Johanne hatte eine kleine Pension auf der Nordseeinsel Borkum. Ich sehe sie noch heute vor mir: in geblümter Küchenschürze am alten Holzofen-Herd, die eine Hand am Kochtopf und in der anderen den Kochlöffel. Ein grosses Blech mit saftigem Butterkuchen stand auf dem Küchentisch, es duftete herrlich nach karamellisiertem Vanillezucker und auf dem Herd köchelte IHR Schmorbraten vor sich hin, der mindestens einen Michelin Stern verdient hätte. Elisabeth, mein anderes Grosi aus Berlin, konnte auch fantastisch kochen und besass einen traumhaften Schrebergarten, in dem es fast alle Obst- und Gemüsesorten gab, die man sich nur wünschen konnte, es war wie im Schlaraffenland. Beide Grossmütter kamen aus einfachen Bauernfamilien, aber die Tatsache, dass sie echte Landfrauen waren, hat Ihnen im 2. Weltkrieg das Leben gerettet. Johanne konnte mit selbst angebauten Kartoffeln, Eiern, Schaffleisch und Wolle Tauschgeschäfte machen und Elisabeth schlachtete Tiere für Russische Besatzungsoffiziere in Berlin, während ihre Männer in Kriegsgefangenschaft waren.

 

Meine Eltern dachten, dass ich in die Fussstapfen der Familie trete, aber es brauchte fast 40 Jahre bis sich der Kreis schloss. Ich interessierte mich als Teenager für Mode, Design und Musik. Nach der Matura ging ich nach Düsseldorf und absolvierte eine Lehre zur Modistin (Hutmacherin), ein fast ausgestorbener Beruf. Viele Jahre arbeitete ich dann als Accessoires-Designerin in einer grossen Hutmanufaktur und besass später auch ein eigenes kleines Atelier. In meiner Freizeit hörte ich ständig Musik, sammelte Platten und CDs und fing in München an, für Freunde und in Bars Musik aufzulegen. Durch einen Zufall bot man mir 1998 in Zürich einen Job als DJane an und so begann ein neuer Abschnitt in meinem Leben. Ich arbeitete zuerst in Clubs und Bars und wechselte dann ins Event-Business, um für namhafte Agenturen, Firmen und an Privatanlässen aufzulegen. Die Möglichkeit, an exklusiven internationalen Events zu arbeiten, öffnete mir gleichzeitig die Tür in die Welt der Gastronomie. Es war fast wie ein Traum, ich reiste zu den schönsten Hotels, Restaurants und Privatanwesen, sah die unglaublichsten Interior-und Food-Designs, ass die feinsten Speisen und probierte teuerste Weine. Hingerissen von soviel Schönheit und Geschmack wurde ich neugierig und versuchte, auch hinter die Kulissen zu schauen. Ich sah Köchen und Caterern bei ihrer Arbeit zu, stellte viele Fragen und entdeckte völlig neue Zutaten und Geschmacksrichtungen. Ich war fasziniert und inspiriert. Privat fing ich an, immer häufiger zu Kochen, ich ging auf Märkte und suchte nach besonderen Lebensmitteln. Ich kaufte viele wunderschöne Rezeptebücher, entdeckte aussergewöhnliche Köche und Restaurants und las Fachliteratur über Salze, Gewürze und Kochtechniken. So entstand über viele Jahre die Idee, eine Manufaktur zu gründen und besondere Delikatessen zu produzieren.

ABSOLUT BIO

#WHAT ELSE?

Meine Eltern waren keine echten Ökos aber irgendwie "hellgrün": wir hatten kein Auto, fuhren Fahrrad, sammelten wildwachsendes Obst, weckten viel ein und kauften beim Bauern auf dem Wochenmarkt. Ich hasste unseren sauren (gesunden) homemade Fruchsaft und die warme Milch beim Bauern zu holen.  Ich wollte lieber Cola und süsse Schokomilch. Meine Mitschüler hänselten mich, weil wir anders waren. Und so landeten Mamas selbst gebackene und mit Liebe geschmierten Pausenbrote oft im Schulhof Papierkorb. Ich wollte kein Aussenseiter sein und kaufte mir am Schulkiosk heimlich Schokokuss-Brötchen, Kindermilch-schnitte und Capri Sonne. Dann begann meine Zeit auf dem Gymnasium brachte Erlösung, denn es gab plötzlich auch andere Kids, deren Eltern im Bioladen einkauften und die selbst-gestrickte Wollpullover trugen. Ich war nicht mehr allein und meine familiären Lebensumstände verloren an Bedeutung. In der Welt war viel los in den 80ern: Tanker verunglückten und es gab riesige Ölverschmutzungen in der Nordsee, BSE-Skandal, man fand Frostschutzmittel im Wein, Motoröl im Olivenöl, Nematoden im Fisch, Hormonfleisch,... ein Skandal folgte dem nächsten. Dann kam 1986 Tschernobyl und es war vorbei mit dem Traum von der heilen Welt. Meine Lehrer auf dem Gymi waren zum Glück sehr sozialkritisch und sensibilisierten unsere ökologischen Denkprozesse. Wir lernten, nicht mit der Herde zu laufen, sondern eigenständig zu denken und wurden ermutigt, auch gegen den Strom zu schwimmen. Es brauchte allerdings noch viele Jahre, bis ich wirklich anfing, bewusst und nachhaltig zu leben,  und mich gesund zu ernähren.

Die ersten Jahre auf eigenen Beinen waren hart, ich verdiente wenig Geld, kam gerade so über die Runden. In dieser Zeit machte ich mir herzlich wenig Gedanken um "gesunde" Ernährung, Essen musste billig sein und mich satt machen. Ich ernährte mich richtig ungesund. "Bio" konnte ich mir schlichtweg nicht leisten. Ich wählte zwar eine Umweltpartei, recycelte Flaschen & Dosen, vermied Plastiktüten, fuhr mit der ÖV und aber meine Gesundheit war mir ziemlich egal. Hauptjob, Nebenjobs, Stress, Mobbing, ständige Erkältungen, irgendwann klappte ich mal richtig zusammen. Kaum gesund und auf den Beinen, ging alles von vorne los. Dann kam mein Wake-Up Call. Meine Mutter erkrankte schwer an Parkinson. Schulmedizinisch war sie unheilbar, die Medikamente schlugen nicht wirklich an und die Nebenwirkungen waren gross. Wir klapperten Unispitäler ab, besuchten Naturärzte und Heiler. Ein  bekannter Heilpraktiker&Arzt aus Tirol vermutete, dass der Auslöser bei ihr starke Umweltgift- und Amalgan-Belastungen sein könnten. Es gab schon damals Forschungsstudien, die einen Zusammenhang zwischen Umweltgiften und schweren Gehirnerkrankungen wie Alzheimer und Parkinson fanden und dazu gehörten Belastungen durch Schwermetalle, radioaktive Strahlung sowie Pflanzenschutzmittel (Herbizide, Fungizide und Pestizide). Meine Mutter hat in den 70er und 80er Jahren täglich mit stark gespritztem Obst und Gemüse (aus der Mittelmeer Region) gearbeitet und es  oft ungewaschen gegessen. Damals wurde noch DDT gespritzt...die alte Wohnung war mit Holzschutzmittel gestrichen, was PCP und Lindan enthielt und sie hatte den Mund voller Amalgam. Bingo. Ausleitungsverfahren brachten meiner Mutter Aufschub aber keine Heilung, denn die Belastungen waren zu gross über die vielen Jahren und wichtige Zellen zerstört. Trotzdem fing sie noch im hohen Alter an, sich ganzheitlich & rein biologisch/biodynamisch zu ernähren, las Bücher über Ernährung,  OPC und D3, Wasser, die Chinastudy, Jod, Superfoods, Biophotonen, Peacefood,...noch zu Lebzeiten eröffnete sie mir einen grossen Wissensschatz über Gesundheit, Umwelt und Nahrung, der mich sehr geprägt hat.

ICH BIN DANN MAL...

#IM BEET

"Nur die Harten kommen in den Garten" heisst es so schön, wie wahr. Wer sich ernsthaft mit dem Gärtnern beschäftigt hat, kennt die Mühe, Geduld und Pflege, die ein Samenkorn bis zur frucht-tragenden Pflanze braucht. Dazu kommt ein ständiger Kampf gegen Kälte, Wind, Regen, Trockenheit, Unkraut, Fressfeinde und Krankheiten. Wenn wir auf chemische Unterstützung verzichten, wird der Kampf noch schwerer. Nein, eine Pflanze wächst eben nicht nur so vor sich hin und fliegt uns auf den Teller...Das ist HARD WORK. Und wir müssen uns das wieder bewusst machen. Der höhere Preis von gutem Bio-Gemüse/Obst ist gerechtfertigt.  Wir haben uns an dauergefüllte Obst- und Gemüse-Regale im Supermarkt gewöhnt, aber das ist mit saisonalem und regionalem "Slowfood" gar nicht möglich. Müssen wir wirklich zu Weihnachten wässerige Erdbeeren aus Südafrika essen? Ich nicht. Ich zehre immer noch vom süssen Geschmack meiner mühsam gesammelten Wald-Erdbeeren und freue mich auf meine nächste Ernte 2020.

BEZAHLUNG - DATENSCHUTZ

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